Testosteron natürlich unterstützen – was du ab heute tun kannst
1. Krafttraining – der stärkste natürliche Booster
Ja, wir sagen es direkt: Wenn du eines tust, dann das. Schwere Gewichte heben ist der wirksamste natürliche Weg, Testosteron zu steigern.
Was hilft:
3–4x pro Woche, 8–12 Wiederholungen, wirklich schwer (nicht mit 2-kg-Hanteln)
Frauen, die regelmäßig Krafttraining machen, haben höhere Testosteronwerte als inaktive Frauen gleichen Alters
Keine Angst vor Gewichten. Viele Frauen zögern beim Gedanken an Krafttrainin. Zu schwer, zu kompliziert, zu sehr Männerdomäne. Aber: Du wirst davon nicht "zu muskulös". Du wirst stärker, stabiler und energiegeladener.
Und du musst nicht alleine starten. Die meisten Fitnessstudios bieten eine ausführliche Einweisung in die Geräte an, begleiten dich bei den ersten Übungen und stehen mit persönlicher Betreuung zur Seite. Der erste Schritt ist der schwierigste. Danach wirst du dich fragen, warum du so lange gewartet hast.
2. Ernährung – die richtigen Bausteine
Testosteron wird aus Cholesterin hergestellt. Zu wenig Fett = zu wenig Rohstoff. So einfach ist das.
Ausreichend gesunde Fette – mindestens 25–30 % deiner Kalorien:
Avocados
Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Paranüsse)
Fetter Fisch (Lachs, Makrele, Sardinen)
Olivenöl
Eigelb
Dunkle Schokolade (mind. 70 % Kakao) – ja, wirklich
Ausreichend Protein – mindestens 1,5 g pro kg Körpergewicht:
In den Wechseljahren verwertet dein Körper Protein weniger effizient als früher. Das bedeutet: Dein Bedarf steigt, genau dann, wenn viele Frauen unbewusst weniger davon essen.
Und der Zusammenhang mit Testosteron? Direkter als du denkst. Protein baut Muskeln und erhält diese. Muskeln sind ein starker Stimulus für die Testosteronproduktion. Weniger Protein bedeutet weniger Muskelmasse, und weniger Muskelmasse bedeutet weniger Testosteron. Der Kreis schließt sich.
Was vermeiden:
Zu viel Alkohol – senkt Testosteron drastisch
Zu viel Zucker – Insulinspitzen hemmen die Produktion
Extreme Kaloriendefizite
3. Mikronährstoffe – gezielt supplementieren
Zink – Zinkmangel senkt Testosteron massiv. 15–30 mg täglich. Natürlich: Austern, Kürbiskerne, Cashews.
Vitamin D – ist eigentlich ein Hormon und essentiell für die Testosteronproduktion. 80 % der Menschen in Deutschland haben Mangel. 2.000–4.000 IE täglich.
Magnesium – erhöht freies Testosteron. 300–400 mg täglich. Beste Form: Magnesiumcitrat oder -glycinat.
Selen – wichtig für Testosteron und Schilddrüse. 100–200 mcg täglich (nicht mehr – toxisch bei Überdosierung). Tipp: 2–3 Paranüsse täglich.
4. Adaptogene & pflanzliche Mittel
Die Natur hat einiges zu bieten – wenn du weißt, was wirklich untersucht ist.
Ashwagandha – eines der am besten untersuchten Adaptogene. Senkt Cortisol, erhöht Testosteron um 10–15 % laut Studien. 300–600 mg Extrakt täglich.
Tongkat Ali – erhöht freies Testosteron, verbessert Libido. 200–400 mg täglich. Studien zeigen bis zu 37 % Erhöhung nach 4 Wochen.
Maca – erhöht nicht direkt Testosteron, verbessert aber Energie und sexuelle Funktion. 1.500–3.000 mg täglich.
Bockshornklee – kann freies Testosteron erhöhen. 500–600 mg Extrakt täglich.
5. Schlaf – der unterschätzte Faktor
Testosteron wird primär nachts produziert, während des Tiefschlafs. Eine Woche mit nur 5 Stunden Schlaf senkt Testosteron um 10–15 %.
Schlafqualität verbessern:
7–9 Stunden pro Nacht
Dunkles, kühles Zimmer (16–18 °C ideal)
Kein Blaulicht 2 Stunden vor dem Schlafen
Regelmäßige Schlafenszeiten, auch am Wochenende
6. Stress reduzieren – Cortisol ist der Feind
Chronischer Stress erhöht Cortiso, und das hemmt die Testosteronproduktion direkt. Körperlich wie mental.
Was hilft:
Meditation – 10–20 Minuten täglich
Spaziergänge in der Natur (ja, die wirken wirklich)
Atemübungen – z. B. 4-7-8-Atmung
Grenzen setzen – Nein sagen lernen
Soziale Verbindungen pflegen – Gemeinschaft ist Medizin
Wie viel bringen natürliche Maßnahmen wirklich?
Ehrliche Antwort: Natürliche Maßnahmen können Testosteron um 10–30 % steigern – wenn du konsequent bleibst und alles kombinierst.
Wann reichen sie?
Dein Testosteron liegt im unteren Normbereich – nicht drastisch niedrig
Du hast leichte Symptome
Du bist bereit, 3–6 Monate konsequent durchzuziehen
Wann brauchst du wahrscheinlich mehr?
Dein Testosteron liegt deutlich unter der Norm
Deine Symptome sind stark – keine Libido seit Jahren, chronische Erschöpfung
Du hast deine Eierstöcke verloren (chirurgische Menopause)
Die beste Strategie: Kombiniere natürliche Maßnahmen mit medizinischer Unterstützung, wenn nötig. Das eine schließt das andere nicht aus.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels basieren auf allgemein verfügbarem medizinischen Fachwissen. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden wende dich bitte an eine Fachärztin deines Vertrauens.
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